
Mehr über Pferdesarkome erfahren
Veröffentlicht am 17 july 2024
Ein Sarkoid ist eine Veränderung, die an der Epidermis des Pferdes auftritt. Dieser äußere Hauttumor ist in der Regel gutartig und sitzt in der Haut des Pferdes; er kann einer Warze ähneln. Equine Sarkoide treten am häufigsten bei jungen Pferden im Alter von 2 bis 6 Jahren auf, in manchen Fällen bis zu 8 Jahren. Allerdings kann jedes Pferd dem Risiko von Sarkoiden ausgesetzt sein.
Das Sarkoid gehört zu den häufigsten Tumoren beim Pferd; es macht 20% aller Tumoren beim Pferd und 90% der Hauttumoren aus.
Sarkoide entwickeln sich gewöhnlich dort, wo die Haut am dünnsten ist, also am Kopf, an Augen oder Nüstern, an der Brust, an den Gliedmaßen, am Schlauch und an der Innenseite der Oberschenkel.
Sie können infolge einer Narbenbildung nach einer Verletzung oder nach einem Insektenstich auftreten, jucken das Pferd jedoch nicht. Sarkoide können das Pferd jedoch beeinträchtigen oder sogar schmerzhaft sein, wenn sie nicht richtig behandelt werden und/oder wenn sie sich an Körperstellen befinden, die Reibung oder Irritationen ausgesetzt sind.
Wie erkennt und stellt man das Vorhandensein von Sarkoiden beim Pferd fest?
Es gibt keine Symptome, die direkt mit dem Vorhandensein von Sarkoiden beim Pferd verbunden sind: Die einzige Möglichkeit für eine Diagnose ist die Identifizierung des Tumors sowie die Untersuchung der betreffenden Warze(n). Um ein Sarkoid zu erkennen, sollten Sie zunächst seine Größe, Form und Lokalisation beobachten. Anschließend ist auch der Verlauf des Sarkoids zu berücksichtigen, um die Art des Sarkoids zu bestimmen.
Es ist wichtig zu bedenken, dass eine weitergehende Untersuchung durchgeführt werden sollte, um ein Sarkoid von anderen Tumoren oder Hautläsionen unterschiedlicher Art abzugrenzen.
Ein Sarkoid kann sich unvorhersehbar entwickeln und so zunehmen, dass es je nach Lokalisation für das Pferd sehr beeinträchtigend wird. Außerdem ist es in der Regel so, dass ein Pferd mit einem Sarkoid ein hohes Risiko hat, weitere zu entwickeln.
Beim Pferd lassen sich sechs unterschiedliche Typen von Sarkoiden erkennen:
- Das warzenartige Sarkoid:
Das warzenartige Sarkoid betrifft vor allem Ohren und Nüstern. Es ähnelt Warzen stark und kann sich nach einem Trauma zu einem fibroblastischen Sarkoid entwickeln, etwa durch eine Schürfung, Reibung oder wenn das Pferd es sich beispielsweise beim Kratzen abreißt.
- Das fibroblastische Sarkoid:
Das fibroblastische Sarkoid ist knotig geformt und sehr progressiv. Es findet sich üblicherweise an den Nüstern, an den Augenlidern oder am Schlauch. Dieses Sarkoid bildet mehrere Knoten, die meist groß sind und unter der Haut des Pferdes liegen. Dieser Typ ist sehr invasiv und kann sich leicht über große Flächen ausbreiten.
- Das okkulte Sarkoid:
Das okkulte Sarkoid tritt üblicherweise an Bereichen wie Maul, in der Umgebung der Augen, am Hals oder an der Innenseite der Gliedmaßen von Equiden auf. Okkulte Sarkoide sind überwiegend grau, flach, rau und an der Oberfläche haarlos. Das Wachstum dieser Sarkoide ist sehr langsam, sie können sich im Laufe der Zeit jedoch zu warzenartigen oder fibroblastischen Sarkoiden entwickeln.
- Das gemischte Sarkoid:
Das gemischte Sarkoid betrifft die Lippen des Pferdes, die Augenlider, die Innenseite der Oberschenkel sowie die Brust. Es weist ein gemischtes Erscheinungsbild auf und sein Verlauf ist variabel.
- Das maligne Sarkoid:
Das maligne Sarkoid kommt an den Ellbogen, am Kopf, an den Knien und an der Innenseite der Oberschenkel vor. Das maligne Sarkoid tritt nach einem Trauma eines fibroblastischen Sarkoids auf.
Dieses Sarkoid gilt als sehr aggressiv und sehr invasiv.
- Das noduläre Sarkoid:
Das Besondere an diesem Sarkoid ist, dass es sich in der großen Mehrzahl der Fälle subkutan bildet, mit zahlreichen und großen Knoten. Das noduläre Sarkoid tritt an den Nüstern, an den Augenlidern oder am Schlauch auf, und die Tumoren sind sehr invasiv.
Was sind die Ursachen für das Auftreten von Sarkoiden beim Pferd?
Es gibt mehrere Hauptursachen, die Sarkoide bei Pferden auslösen können:
Die große Mehrheit der Sarkoide entwickelt sich auf Narben, Läsionen, alten Verletzungen oder schlecht verheilten Wunden der Epidermis oder auch nach einem Insektenstich.
Auch die Rolle eines Virus wird beim Auftreten von Sarkoiden beim Pferd vermutet, genauer eines bovinen Papillomavirus. Außerdem könnte eine genetische Komponente bei bestimmten Pferdelinien die Ursache sein. Wird nämlich eine kleine, harmlose Hautverletzung bei einem genetisch prädisponierten Pferd von einem virusübertragenden Insekt gestochen, kann das Pferd Sarkoide entwickeln. Das Pferd wird also aufgrund seiner genetischen Anfälligkeit infiziert und entwickelt infolgedessen Sarkoide.
Wie behandelt man Sarkoide beim Pferd?
Die chirurgische Entfernung von Sarkoiden kann eine mögliche Lösung sein, jedoch bleibt das Rezidivrisiko sehr hoch (zwischen 50 bis 60%). Zudem ist zu beachten, dass diese chirurgischen Verfahren unterschiedlich ausfallen können und nicht immer durchführbar sind. Bestimmte Faktoren können die Eingriffsmöglichkeiten einschränken, je nach Lage des Tumors, seiner Größe und der Anzahl der Tumoren.
Die Laser-Exzision hat den Vorteil, das durchschnittliche Rezidivrisiko auf etwa 29 bis 38% zu senken sowie Schmerzen und das Auftreten postoperativer Ödeme zu reduzieren. Eine weiträumige Exzision ermöglicht es, möglichst viele betroffene Zellen zu entfernen.
Die Kryotherapie, auch "Kältebehandlung" genannt, kann in Betracht gezogen werden und nach einem chirurgischen Eingriff eingesetzt werden.
Außerdem kann die Zugabe eines Ergänzungsfuttermittels zum Futter des Pferdes eine wirksame Lösung sein, um sein Immunsystem zu stärken, und eine geeignete Salbe zur lokalen Anwendung kann die Heilung des Tumors unterstützen und verhindern, dass er sich verschlechtert und das Pferd verletzt.
Wie beugt man Sarkoiden beim Pferd vor?
Zur Vorbeugung von Sarkoiden gibt es derzeit keine wirksame Lösung, um die Bildung von Sarkoiden beim Pferd zu verhindern. Es gibt jedoch Maßnahmen und spezielle Pflegen, um die Übertragung des bovinen Papillomavirus auf ein empfindliches oder genetisch gefährdetes Pferd zu begrenzen.
Zunächst ist es wichtig sicherzustellen, dass alle Wunden, auch oberflächliche, rasch versorgt werden, damit sie korrekt abheilen können. Die Wunde sollte mit einer geeigneten Lösung desinfiziert und anschließend lokal eine wundheilende Creme aufgetragen werden.
Um die Wunde wirksam vor Insektenstichen zu schützen, die sie infizieren könnten, kann das Anlegen eines Verbandes oder Pflasters in Betracht gezogen werden. Der Einsatz von Insektensprays kann ebenfalls wirksam sein, um Fliegen, Bremsen und andere Schädlinge, die das Papillomavirus übertragen, fernzuhalten.
Sämtliches Material, das direkten Kontakt mit den Sarkoiden eines Pferdes hatte, darf nicht bei gesunden Pferden verwendet werden oder muss vor der Nutzung unbedingt desinfiziert werden, um eine Ansteckung anderer Equiden zu vermeiden.
Sobald bei Ihrem Pferd Sarkoide auftreten, wird dringend empfohlen, einen Tierarzt hinzuzuziehen, damit dieser die Art des Sarkoids bestimmen und eine geeignete Behandlung einleiten kann.
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